Dienstag, 11. Dezember 2007

Finanzexperten fürchten Konjunktureinbruch

Das Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) ist im Dezember erneut gesunken. Finanzmarktexperten sehen klare Wachstumsrisiken und rechnen mit getrübten Exportaussichten.

Das ZEW-Barometer sank im Dezember auf minus 37,2 Punkte, teilte das Institut am Dienstag mit. Damit haben professionelle Anleger und Analysten die deutschen Konjunkturaussichten im Dezember negativer bewertet als im Vormonat.

"Die befragten Finanzmarktexperten sehen klare Risiken für das Wachstum wichtiger Industrieländer, insbesondere der Vereinigten Staaten. Dies trübt die Exportaussichten für die deutsche Wirtschaft", erklärte das ZEW. Auch die Stärke des Euro zum Dollar wirke sich belastend aus. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer weiteren leichten Eintrübung auf minus 34,0 Zähler gerechnet nach einem Stand von minus 32,5 im November.

Der Index für die Lage verschlechterte sich ebenfalls und sank auf 63,5 von 70,0 Punkten. Volkswirte hatten hier mit einem Rückgang auf 68,0 Zähler gerechnet. "Heimische und weltwirtschaftliche Unwägbarkeiten bremsen die Konjunkturdynamik deutlich ab", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter rund 300 Experten.

"Das ist eine kleine Enttäuschung", sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank. "Eigentlich war das Umfeld für die Finanzmärkte recht gut. Das hat etwa die Aktienmärkte beflügelt, aber hat nicht ausgereicht, die Konjunkturskepsis auszugleichen." Der Rückgang sei relativ stark bei der Lage, aber eigentlich noch moderat im Vergleich zu den Erwartungen. "Interessant, dass die Erwartungen für alle Wirtschaftsräume rückläufig sind, auch für Großbritannien", so Scheuerle.

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