In den USA gibt es mal wieder eine Woche der Wahrheit. Im Mittelpunkt dürfte zwar die Fed-Sitzung am Mittwoch stehen, aber auch die BIP-Daten, der ISM-Index und die Arbeitsmarktdaten könnten für Furore sorgen. Obwohl heftige Marktreaktionen nicht ausgeschlossen sind, dürfte jedoch auch danach kaum mehr Klarheit über die Auswirkungen der Immobilienkrise herrschen. Denn die Zahlen sind rückwärts gerichtet. Nach vorne blickend stimmt es bedenklich, dass nach einer Umfrage von Bloomberg zwei Drittel der Amerikaner 2008 eine Rezession erwarten. Ob das zutrifft oder nicht, ist sogar zweitrangig. Der Pessimismus lässt einen Rückgang der Konsumnachfrage befürchten und könnte damit quasi zur „self-fulfilling prophecy“ werden. Der überraschend starke Rückgang des Konsumklimaindex der Uni Michigan von 82,0 auf 80,9 Punkte in der zweiten Oktoberhälfte scheint dies zu bestätigen. Insbesondere die Erwartungskomponente fiel deutlich. US-Banken reagieren mit Entlassungen
Dazu passt es, dass die amerikanischen Investmentbanken nicht nur immer neue Milliardenverluste bekannt geben, sondern auch ihre Reaktion darauf: Nämlich Entlassungen. Der Dollar steht jedoch derzeit weniger wegen dieser Eintrübung der Konjunkturaussichten unter Verkaufsdruck, sondern aufgrund der Erwartung einer weiteren Zinssenkung durch die Fed um 25 Basispunkte. Wie allein die US-Notenbank mit ihrer Zinssenkungspolitik inzwischen ist, zeigte am Freitag Mexiko: Überraschend erhöhte die Bank of Mexiko den Leitzins von 7,25 auf 7,50 Prozent, obwohl die mexikanische Wirtschaft unter einer Wachstumsabschwächung in den USA leiden dürfte.
Rand unter Aufwärtsdruck
Die südafrikanische Notenbank hat ihre Entschlossenheit bekundet, mit weiteren Zinserhöhungen der Inflationsgefahr entgegenzuwirken. Das gab dem Rand Auftrieb. USD/ZAR fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2006 und EUR/ZAR hat die charttechnische Unterstützung bei 9,40 ZAR unterschritten. Der Aufwertungsdruck dürfte anhalten.
Zinserhöhung in Australien?
In Australien haben die Spekulationen über eine Zinserhöhung am 7. November neue Nahrung erhalten. Die Inflationsrate lag im dritten Quartal über den Erwartungen. Angesichts der hohen Auslastung der Produktionskapazitäten und dem angespannten Arbeitsmarkt könnte das Stabilitätsziel der Notenbank gefährdet sein. Der Austral-Dollar erhielt dadurch vor allem gegenüber dem US-Dollar weiteren Auftrieb und stieg auf ein neues Hoch. EUR/AUD konnte sich dagegen bislang oberhalb der Unterstützung bei 1,5650 AUD behaupten.
Die neuseeländischen Notenbanker dagegen ließen den Leitzins in der vergangenen Woche unverändert auf dem Rekordniveau von 8,25 Prozent. Die Betonung der nach wie vor bestehenden Inflationsgefahren im anschließenden Statement lässt keinen Zweifel daran, dass auf absehbare Zeit keine Zinssenkung zu erwarten ist.
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