Dienstag, 26. Februar 2008

Ifo-Index legt unerwartet zu

Deutschlands Manager beurteilen die aktuelle wirtschaftliche Lage trotz US-Rezessionsangst und Kreditkrise besser als im vergangenen Monat. Volkswirte hatten dagegen einen Rückgang der Stimmung erwartet. Beim Blick in die Zukunft ist die Einschätzung allerdings nicht mehr ganz so positiv.

Der Index legte unerwartet auf den Wert von 104,1 Punkten zu. Im Vormonat waren es 103,4. Volkswirte hatten im Vorfeld mit einem Rückgang auf 102,8 gerechnet. Positiver als im Januar war vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage. Der entsprechende Teilindex verbesserte sich auf 110,3 Punkte nach 107,9 im Vormonat.

Der Ifo-Index legte mit dem Februar-Wert bereits den zweiten Monat in Folge zu. Als Faustformel gilt, dass ein dreimonatiger Anstieg eine Phase von Wachstumsbeschleunigung signalisiert. Der jetzige Anstieg ist demnach zumindest ein Signal, dass die deutsche Wirtschaft bislang mit den Rezessionssorgen in den USA gut zurechtkommt.

Gefallen ist allerdings der Teilindex der Geschäftserwartung, der von 99 im Januar auf 98,2 sank. Hierbei wird danach gefragt, wie die Situation in sechs Monaten eingeschätzt wird.

Die monatliche Umfrage des Münchner Ifo-Instituts basiert auf einer Umfrage unter rund 7000 deutschen Managern aus den Branchen Verarbeitendes Gewerbe, Bauhauptgewerbe, Großhandel und Einzelhandel.

Der Dax baute nach Veröffentlichung des Indexes seine Gewinne aus dem frühen Handel weiter aus und stieg in Richtung der Marke von 7000 Punkten. Der Euro legte gegenüber dem Dollar zu.

Volkswirte bezeichneten die Ifo-Daten überwiegend als positive Überraschung, die die Angst vor einem Abschwung dämpfe. "Alles deutet auf eine relativ milde Abschwächung im ersten Halbjahr hin, dem ein Wiedererstarken der Wirtschaft in der zweiten Jahreshält folgen dürfte", sagte Timo Klein von Global Insight. Ralph Solveen von der Commerzbank warnte jedoch vor einer zu positiven Interpretation: "Der Anstieg kam diesmal alleine aus dem Einzelhandel, der überraschend stark zugelegt hat. Dagegen ist die Stimmung in der Industrie sogar wieder leicht gefallen. Da die Industrie nun einmal die Richtung für die Konjunktur vorgibt, ist der Ifo also kein Signal, dass alles wieder aufwärts geht."

Nach Ansich von Jörg Lüschow, Volkswirt der Düsseldorfer WestLB, haben die aktuellen Ifo-Daten auch Einfluss auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB): "Damit nimmt die Wahrscheinlichkeit baldiger Leitzinssenkungen der EZB ab. Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass die EZB bis zum Jahresende die Zinsen nicht verändert.

DEVISEN/Euro tendiert gegen Dollar seitwärts

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro notiert am Dienstag beim Übergang in den europäisch geprägten Handel zum Dollar nahezu unverändert. Auf der einen Seite sei der Risikoappetit der Anleger mit den Entwicklungen um die Anleihenversicherer Ambac und MBIA zurückgekehrt. Davon würde der Euro als relative Hochzinswährung profitieren, so ein Händler mit Blick auf das zurückkehrende Interesse an Zinsarbritragegeschäften, sprich Carry Trades. Vor diesem Hintergrund wird die Gemeinschaftswährung insbesondere gegen Dollar und Yen unterstützt gesehen. Zudem werde der Euro auch von "hawkishen" Äußerungen des EZB-Präsidenten Trichet vom Montag gestützt.

Auf der anderen Seite sei der Euro bislang an den technischen Widerständen gescheitert. Dies liegt laut der UBS in dem Ausblick für die Eurozone begründet: "Wir zweifeln an einer gesunden Euroland-Konjunktur ohne eine entsprechend starke US-Wirtschaft", so ein UBS-Analyst.





Die Analysten von Sal. Oppenheim sehen den Euro im Tagesverlauf in einer Seitwärtstendenz. Widerstände werden bei 1,4845 und danach bei 1,4863 EUR gesehen. Unterstützung gebe es bei 1,4789 und bei 1,4757 EUR.

Die Feinunze Gold wird derzeit mit 931,60 USD gehandelt. Am Montagnachmittag wurde sie in London mit 937,75 USD gefixt.