Freitag, 30. November 2007

Devisenanalyse (EURUSD)


Die Risiken zum Abschlag des Euro bleiben in Kraft und die Unterstützung im Bereich von $1.4600/17 wird mit der Testierung bedrohnt. Tagesindikaren entfalten sich aus dem Bereich der Überkaufszone, das 10-tägliche Momentum schlägt schnell ab, aber ist in den Bereich negativer Bedeutung noch nicht eingegangen.

4: $1.4857 Tageshoch vom 28.Nov.
3: $1.4830 Widerstandslinie vom 23.Nov.
2: $1.4815 5-täglicher Moving Average
1: $1.4785 Tageshoch vom 23.Nov.
- $1.4769 (EURUSD: 11:53 UTC)
1: $1.4715 Tageshoch vom 28.Nov.
2: $1.4700 21-täglicher Moving Average
3: $1.4635 Tageshoch vom 20.Nov.
4: $1.4600/17 Tagestief vom 14.Nov., Unterstützungslinie vom 4,Sep.und 38.2% Fibonacci von $1.4016 - $1.4967

Bild (EURUSD Tageschart) vom IFC Markets Geschäftsterminal "NetTradeX": Moving Average (5-täglicher - hellblau, 21-täglicher - rot dick), Bollinger Bänder, Momentum (10-tägliches), Fibonacci ($1.4016 - $1.4967)



Investoren flüchten wieder in Staatstitel

von Doris Grass (Frankfurt)
Die Angst vor weiteren Hiobsbotschaften aus dem Bankensektor und ein kräftiger Sprung bei den Zinsen für Termingeld haben die Investoren wieder Sicherheit in Staatsanleihen suchen lassen. Hinzu kamen neue Sorgen über den Zustand der US-Wirtschaft, nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung kräftig gestiegen waren.

Außerdem belasteten schlechte Daten vom US-Häusermarkt den Markt. Der Bund-Future stieg bis 18.40 Uhr MEZ um 36 Stellen auf 114,82 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um vier Basispunkte auf 4,068 Prozent. Die Rendite ihrer US-Pendants sackte um zehn Basispunkte auf 3,94 Prozent ab.

Der Zins für einmonatige Euro-Ausleihungen unter Banken (Euribor) sprang beim Vormittagsfixing um deutliche 65 Basispunkte auf 4,81 Prozent. Dollar-Ausleihungen für einen Monat kosteten 5,23 Prozent - 40 Basispunkte mehr als am Vortag. Marktteilnehmer begründeten dies erneut mit dem extremen Kampf der Banken um Liquidität über das Jahresende hinweg. Der Zweimonats-Euribor kletterte auf 4,781 von 4,739 Prozent am Vortag.

In Großbritannien rutschten die Renditen der Staatspapiere ab, weil Vertreter der Bank of England weitere Zinssenkungen andeuteten. Außerdem wirkten sich schlechte Daten vom Immobilienmarkt aus. Dies drückte auch das Pfund Sterling gegenüber fast allen wichtigen Währungen. Zum Euro gab das Pfund auf 71,52 Pence nach. Der Dollar setzte seine Erholung fort. Am frühen Abend kostete ein Euro 1,4746 $ nach 1,4841 $ am Vortag.

Die britischen Häuserpreise waren im November nach Angaben des viertgrößten britischen Baufinanzierers auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren gefallen; die Zahl der Hypothekenanträge sank im Oktober auf das niedrigste Niveau seit Februar 2005. Notenbankgouverneur Mervyn King sagte bei einer Parlamentsanhörung, die Finanzmärkte hätten ihre Erwartungen für den Leitzins, der seit Juli unverändert bei 5,75 Prozent liege, seitdem um 75 Basispunkte nach unten genommen.

Das Wachstum werde sich 2008 deutlich abschwächen, es sei aber mit einem kurzfristigen Anstieg der Inflationsrate zu rechnen. Der als Befürworter einer lockereren Geldpolitik geltende David Blanchflower, der im geldpolitischen Rat der Bank of England sitzt, forderte sogar eine sofortige Zinssenkung.

Dax pendelt im Plus

von Anne Kunz (Frankfurt)
Alle wichtigen europäische Indizes haben am Mittag im Plus notiert. Die positive Entwicklung deutet daraufhin, dass der Dax zum Wochenende im Plus schließen wird. Auf europäischem Parkett waren vor allem Rohstoff-Aktien gefragt.

Der Dax legte 1,3 Prozent zu, der europäische Stoxx 50 kletterte um 0,9 Prozent. Auch der Londoner FTSE 100 notierte 0,9 Prozent fester, der CAC 40 in Paris gewann 0,8 Prozent.

Der US-Notenbankchef stellte am Donnerstagabend weitere Zinssenkungen in Aussicht. Die in den vergangenen Wochen erneut aufgetretenen Belastungen an den Finanzmärkten hätten den Ausblick für die US-Wirtschaft eingetrübt, sagte Bernanke.

Besonders Finanzwerte profitierten von der Erwartung sinkender US-Zinsen, da dies zu einer Entspannung der Kreditkrise führen könnte. Auf europäischem Parkett verbuchte die Schweizer Großbank UBS einen Zuwachs von 2,9 Prozent, Royal Bank of Scotland legten um 3,2 Prozent zu, und Lloyds gewann 2,5 Prozent.

Aber auch in Frankfurt gehörten Finanzwerte zu den Gewinnern: Hypo Real Estate legten 2,2 Prozent zu, und Commerzbank notierten 2,4 Prozent höher.

Größte Gewinner im Stoxx waren die Rohstoffwerte: Arcelor Mittal stiegen um 2,7 Prozent. Am Donnerstag hatte der Konzernchef Lakshmi Mittal mitgeteilt, dass er innerhalb der nächsten fünf Jahre fünf Mrd. $ in die brasilianischen Geschäfte investieren werde. Die Aktien des Stahlherstellers verteuerten sich daraufhin um 2,2 Prozent. Andere Rohstoffwerte zogen mit: Anglo American stiegen um 3,8 Prozent., und Rio Tinto verteuerten sich um 1,8 Prozent.

Die Gewinnerliste im Dax führte die Deutsche Börse mit einem Plus 3,6 Prozent an. Thyssen Krupp-Papiere verteuerten sich um 3,5 Prozent. Gerüchte über einen möglichen Einstieg des südkoreanischen Rivalen Posco hatten bereits am Donnerstag die Aktie um 2,3 Prozent nach oben gehievt.

Der Chiphersteller Infineon verzeichnete ein Plus von 2,6 Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte die Aktie zum Kauf empfohlen. Deutsche Post-Aktien verteuerten sich um drei Prozent. Die Aktie profitierte von der Entscheidung der Koalition, einen Mindestlohn für die Postbranche einzuführen.


Asiens Märkte im Plus

Auch die Börse in Tokio verzeichnete angesichts der möglichen US-Zinssenkung Gewinne. Der Nikkei-Index der 225 führenden Werte lag zum Ende des Vormittagshandels bei 15.698 Zählern. Das entsprach einem Plus von 1,2 Prozent. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,1 Prozent auf 1531 Zähler zu. In Korea und Hongkong notierten die wichtigsten Indizes ebenfalls fester.

Vor allem Pharmawerte waren gefragt. Aktien von Takeda legten ein Prozent zu. Auch Papiere von Handelshäusern gewannen: Mitsui verteuerten sich um 4,2 Prozent, Mitsubishi stieg um drei Prozent. Exportwerte verzeichneten ebenfalls Gewinne dank eines zum Dollar leicht abgeschwächten Yen-Kurses. So verteuerten sich Hitachi-Aktien um 1,3 Prozent.

DJ DEVISEN/Euro wertet zu Yen und Dollar auf

FRANKFURT (Dow Jones)--Kursgewinne des Euro zum Yen bestimmen am Freitagmittag das Bild im europäischen Währungshandel. Die Gemeinschaftswährung ist über 163 JPY geklettert. "Über dieses Niveau hat es der Euro in den vergangenen Wochen trotz zahlreicher Versuche per Schlusskurs nicht geschafft", sagt ein Händler. Euro-Käufer setzten auf eine Rückkehr zu den Höchstständen von Oktober und Mitte November. Gleichzeitig würden im Yen wieder Zinsdifferenzgeschäfte, sogenannte "Carry Trades", aufgebaut. Diese belaste die japanische Währung. Auch zum Dollar legt der Euro leicht zu auf 1,4760 USD nach 1,4730 USD am Morgen. Überraschend schwache deutsche Einzelhandelsumsätze könnten die Stimmung für den Euro nicht trüben, heißt es im Handel. Diese sind im Oktober auf Jahressicht um 3,3% gefallen.

In den USA stehen am Nachmittag die Einkommen und Ausgaben der US-Bürger, Bauausgaben sowie der Einkaufsmanager-Index der Region Chicago auf der Agenda. Letzterer dürfte im November auf 50,5 von 49,7 im Oktober gestiegen sein. "Wir erwarten in allen drei Fällen relativ moderate bis schwache Zahlen, was den Eindruck untermauern würde, dass sich das Wachstum in den USA in den kommenden Quartalen abkühlt", prognostiziert die Deutsche Bank. Behalte man mit dieser Vermutung Recht, dürften die Daten die Tür für weitere Zinssenkungen in den USA offen halten.

Aus charttechnischer Sicht setzt sich laut Jürgen Meyer von der Landesbank Baden-Württemberg für den Euro "so langsam doch die negative Sicht durch". Der Euro sei am Donnerstag erneut an einer Widerstandszone bei 1,4850/80 USD gescheitert. Bei einem Fall unter die Unterstützung bei 1,4720 USD müsse man mit einer mehrtägigen Schwäche und einem Rückgang bis auf 1,4550 USD rechnen.

Die Feinunze Gold ist am Vormittag in Londoner Handel mit 794,75 USD festgestellt worden nach einem Nachmittags-Fixing am Donnerstag von 794,50 USD.





Europa Europa New York (
12.13) (7.36) (Vorabend)
EUR/USD 1,4761 1,4734 1,4741
USD/JPY 110,63 110,33 109,86
EUR/JPY 163,33 162,60 161,95
EUR/GBP 0,7143 0,7148 --
EUR/CHF 1,6533 1,6525 --