Donnerstag, 8. November 2007

Devisenanalyse (EUR/USD)


Das Währungspaar EUR/USD kommt in die Rahmen der Bollinger Bänder zurück, aber der Kurs bleibt immer noch oberhalb der Linie vom 1% Umschlag des Moving Average. Das Tagesstochastik hat Bär-Kreuzung und entfaltet sich aus der Überkaufszone. Es ist aber nicht auszuschließen, auf zu $1.4570 zu richten.

4: $1.4933 100% Projektion $1.3366 - $1.4281
3: $1.4791 2% Umschlag des Moving Average
2: $1.4728/46 Rekordhoch, 100% Projektion $1.3553 - $1.4280
1: $1.4688 61.8% Fibonacci von $1.4731 - $1.4618
- $1.4658 (EUR/USD: 13:58 UTC)
1: $1.4620 ehemalige Linie des Widerstands vom 11.Okt.
2: $1.4570 5-täglicher Moving Average
3: $1.4536 Äquivalent zum D-Mark 1.3455
4: $1.4531 Unterstützungslinie vom 22.Okt.

Bild vom Geschäftsterminal NetTradeX mit 1% Umschlag, Bollinger Bänder, Stochastik.



Dollar-Bullen geben sich geschlagen

von Yasmin Osman (Frankfurt)

Die Debatte über Währungsumschichtungen von Notenbanken sowie technische Faktoren haben zu einem Ausverkauf des US-Dollar geführt. Der Greenback fiel auf ein Rekordtief zum Euro.

Zum Pfund rutschte er auf den niedrigsten Stand seit 1981, gegenüber dem australischen Dollar erreichte er ein 17-Jahrestief. Euro, Pfund und australischer Dollar stehen laut Deutsche-Bank-Händler Hilko Kalberlah auf den Einkaufslisten vieler Notenbanken, die ihre Devisenreserven diversifizieren.

Die Bewegung am Mittwoch war massiv. So werteten japanischer Yen und der Schweizer Franken um ein Prozent auf. Hoch- und Tiefpunkt des Euro lagen knapp zwei Cent auseinander. Beschleunigt wurde die Aufwertung durch technische Faktoren. "Bei 1,46 $ gab es eine massive Häufung automatischer Kaufaufträge für den Euro. Als der Euro die Marke überstieg, löste das eine hohe Nachfrage aus", so 4Cast-Stratege Chris Furness.

Diesen Artikel jetzt anhören Erste Beobachter warnen vor einer Übertreibung. "Das Ganze trägt Züge einer Endzeitstimmung, der Markt hat völlig die fundamentalen Daten aus dem Blick verloren", sagte Eugen Keller von Bankhaus Metzler. "Der Trend im Euro ist intakt. Mittlerweile befinden wir uns am Beginn einer Kapitulationsphase am Markt, in der die letzten Dollar-Optimisten allmählich aufgeben und es zu erratischen Marktbewegungen kommt", warnte Kalberlah. Von der Nervosität der Investoren profitierten Bonds, vor allem solche kurzer Laufzeit. Die Rendite zweijähriger US-Treasuries fiel um 9 Basispunkte.

Dollar schwächelt vor EZB-Zinsentscheid

von Mark Böschen (Frankfurt)
Der Euro notierte zum Dollar nahe seines Rekordhochs. Händler hoffen darauf, dass der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet, eine geldpolitische Straffung in Aussicht stellt. Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller rechnet fest mit einem weiteren Verfall des Greenback.
Der Euro wurde am Donnerstag bei 1,4662 $ gehandelt, knapp unter dem Rekordhoch von 1,4731 $. Seit Jahresbeginn hat die Gemeinschaftswährung um mehr als elf Prozent zugelegt. Zwar wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leitzins unverändert bei vier Prozent belässt. Trotzdem erhoffen sich die Marktteilnehmer Aufschluss über die weitere Geldpolitik der Notenbank. Die Aussicht auf eine Straffung und auf damit sinkende Zinsdiffernzen zu den USA ist eine wesentliche Ursache der Dollarschwäche.

Klaus-Peter Müller, Vorstandsvorsitzender der Commerzbank, ist überzeugt, dass der Trend anhalten wird: "Ich sehe den Euro im nächsten Jahr zwischen 1,50 $ und 1,60 $", sagte Müller am Donnerstag in Frankfurt.





Neben dem abnehmenden Zinsabstand profitiert der Euro von der Währungspolitik Chinas. "Wir werden stärkere Währungen schwächeren vorziehen", hatte Cheng Siwei, Vize-Präsident des Nationalen Volkskongresses, mit Blick auf die Devisenreserven am Mittwoch gesagt. Laut Angaben des Internationalen Währungsfonds verfügt die Volksrepublik über Währungsreserven von 1333 Mrd. $. Sollten diese stärker in Euro angelegt werden, würde das den Dollar auf weitere Talfahrt schicken. "Der Dollar könnte mittelfristig seine Rolle als Leitwährung verlieren", sagte Jim O'Neill, Chefvolkswirt bei Goldman Sachs.

Commerzbank-Chef Müller geht davon aus, dass die Chinesen zukünftig stärker den Euro entdecken werden: "Wir haben die Chinesen angefleht, eine größere Betonung auf den Euro und Investitionen in den Euro-Raum zu legen. Wir sehen, dass dies mit einer eher höheren Geschwindigkeit über die nächsten zwölf Monate geschehen wird."

DJ DEVISEN/Euro tendiert im Vorfeld der EZB-Sitzung kaum verändert

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro tendiert am Donnerstagmittag im Vorfeld der EZB-Sitzung gegenüber dem Dollar kaum verändert. Am Vormittag sei zu erkennen gewesen, dass kleinere Euro-Positionen glattgestellt wurden, heißt es aus dem Handel. Diese seien allerdings gut aufgenommen worden. Im Markt wird einstimmig davon ausgegangen, dass die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen bestätigen wird. Zwar hat die Inflation im Euroraum im Oktober den höchsten Wert seit zwei Jahren erreicht, gleichzeitig ist aber auch die konjunkturelle Unsicherheit weiter gestiegen, so dass fast alle EZB-Beobachter eine Beibehaltung des Leitzinsniveaus von 4,00% als logische Konsequenz sehen.

Der Markt erwartet nach Aussage der Devisenstrategen von Commerzbank Corporates & Markets klarere Worte von EZB-Präsident Trichet als die Standardaussage zur G7. Sollte Trichet kein deutliches Unbehagen über den festen Euro äußern, dürfte sich der Dollarverfall fortsetzen. Eigentlich sei "nichts Schlimmes" daran, wenn Trichet ein paar Worte über zu schnelle" Bewegungen verliere, die eventuell nicht von allen geteilt werden. Der fundamentale Hintergrund und die momentane Ausrichtung der Geldpolitik sprächen dagegen, dass verbale Interventionen erfolgreich wären, einen verheerenden oder nachhaltigen Dollaranstieg auszulösen.

Die Commerzbank rechnet damit, dass die Aussagen Trichets auch die Reaktion auf die Rede des Fed-Vorsitzenden Ben Bernanke am Abend vor dem US-Kongress bestimmen werden. Bei einer Warnung Trichets zu den aktuellen Bewegungen, die den Dollar stützen würde, dürfte der Markt verstärkt auf die Aussagen Bernankes achten, dass weitere Fed-Zinsschritte von den Konjunkturdaten abhängen. Sollte hingegen keine Warnung zu den Devisenmärkten seitens der EZB kommen, werde der Markt sich eher auf Bernankes Aussagen zum US-Immobilienmarkt konzentrieren und den Dollar weiter verkaufen.

Die Feinunze Gold notiert zum Vormittags-Fixing in London bei 832,25 USD nach einem Nachmittag-Fixing von 834,50 USD am Mittwoch.