Zinswende bei der EZB?
Das könnte ein erstes Indiz für ein Ende der Zinserhöhungspolitik sein. In der Tat rechnet kaum noch jemand mit mehr als einem Anpassungsschritt um 25 Basispunkte nach oben. Doch vielleicht bleibt sogar dieser aus, wenn sich die Lage an den Finanzmärkten und der Konjunkturausblick bis zur nächsten Sitzung am 7. Februar weiter verschlechtern sollten. Es ist schwer vorstellbar, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am 30. Januar den Leitzins um 50 Basispunkte senkt und die EZB eine Woche später ihrerseits den Leitzins um 25 Basispunkte anhebt. So unterschiedlich ist die konjunkturelle Lage in den USA und in Euroland auch wieder nicht. Auch in Euroland sind Bremsspuren in den Konjunkturdaten zu beobachten, wenn auch nicht so deutlich wie in den USA. Die Notenbanker scheinen sich diesseits und jenseits des Atlantiks zunehmend einig darüber zu sein, dass die aktuell hohen Inflationsraten nur ein temporäres Phänomen sind, bedingt durch den starken Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise.
Die wahre Gefahr ist die Deflation
Die wahre Gefahr ist die deflatorische Wirkung eines möglichen Platzens der Blase an den Aktien- und Immobilienmärkten. Trotz des scheinbaren Umdenkens in der EZB dürfte sich aber die Zinsdifferenz zwischen dem Dollar und dem Euro in den nächsten Monaten zugunsten des Euros verschieben. Denn die Fed wird weiterhin rascher und deutlicher zu Zinssenkungen greifen als die EZB. Für den Euro bedeutet dies anhaltenden Aufwärtsdruck gegenüber dem Dollar. Die Korrektur im Wechselkurs EUR/USD bis auf 1,46 USD dürfte daher nur vorübergehender Natur sein.
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