Dienstag, 22. Januar 2008

EUR/USD: Korrektur nur vorübergehend?

In der Europäischen Zentralbank deutet sich möglicherweise ein Umdenken an. Das setzte den Euro unter Verkaufsdruck. Das Mitglied des EZB-Rates Yves Mersch betonte in einem Interview die Risiken für das Wachstum in Europa. Damit deutet sich eine Reduzierung der Wachstumsprognose durch die EZB an. Das deutsche EZB-Ratsmitglied Axel Weber sprach sogar davon, dass man die Inflationsgefahr nicht „überdramatisieren“ dürfe. Eine Aussage, die im Widerspruch zu den letzten Äußerungen von EZB-Chef Trichet steht.


Zinswende bei der EZB?

Das könnte ein erstes Indiz für ein Ende der Zinserhöhungspolitik sein. In der Tat rechnet kaum noch jemand mit mehr als einem Anpassungsschritt um 25 Basispunkte nach oben. Doch vielleicht bleibt sogar dieser aus, wenn sich die Lage an den Finanzmärkten und der Konjunkturausblick bis zur nächsten Sitzung am 7. Februar weiter verschlechtern sollten. Es ist schwer vorstellbar, dass die US-Notenbank bei ihrer Sitzung am 30. Januar den Leitzins um 50 Basispunkte senkt und die EZB eine Woche später ihrerseits den Leitzins um 25 Basispunkte anhebt. So unterschiedlich ist die konjunkturelle Lage in den USA und in Euroland auch wieder nicht. Auch in Euroland sind Bremsspuren in den Konjunkturdaten zu beobachten, wenn auch nicht so deutlich wie in den USA. Die Notenbanker scheinen sich diesseits und jenseits des Atlantiks zunehmend einig darüber zu sein, dass die aktuell hohen Inflationsraten nur ein temporäres Phänomen sind, bedingt durch den starken Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise.


Die wahre Gefahr ist die Deflation

Die wahre Gefahr ist die deflatorische Wirkung eines möglichen Platzens der Blase an den Aktien- und Immobilienmärkten. Trotz des scheinbaren Umdenkens in der EZB dürfte sich aber die Zinsdifferenz zwischen dem Dollar und dem Euro in den nächsten Monaten zugunsten des Euros verschieben. Denn die Fed wird weiterhin rascher und deutlicher zu Zinssenkungen greifen als die EZB. Für den Euro bedeutet dies anhaltenden Aufwärtsdruck gegenüber dem Dollar. Die Korrektur im Wechselkurs EUR/USD bis auf 1,46 USD dürfte daher nur vorübergehender Natur sein.


Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht



DJ DEVISEN/Volatilität nimmt zu - Yen weiter begünstigt

FRANKFURT (Dow Jones)--Auf den ersten Blick nur wenig verändert zeigen sich die Kurse der großen Währungen am Dienstagmorgen. Der Dollar liegt gegen 7.20 Uhr bei 1,4435 USD, damit schwächt sich der Euro zum Dollar weiter ab. Zum Yen hat sich die Euro-Talfahrt dagegen verlangsamt. Im Optionshandel in Asien wird ein weiterer Yen-Anstieg gegen den Dollar indiziert.

Japanische Regierung und die Bank of Japan (BoJ) haben sich zunächst gegen stärkere Interventionen am Devisenmarkt entschieden. Das deuteten Finanzminister Fukushiro Nukaga und ein Zentralbankratsmitglied an. Die BoJ hat den Leitzins von 0,5% am Morgen wie erwartet bestätigt. Generell deute der Ausverkauf an den Aktienmärkten auf das Auflösen von Carry-Trades und einen weiteren Yen-Anstieg an.

Die Frage sei, ob die US-Notenbank die Zinsen am Dienstag in einer außerordentlichen Sitzung senke. Allerdings sei eine Zinssenkung um 75 Basispunkte bereits eingepreist, heißt es am Markt. Regulär tagt die Bank of Canada. Von der Makro-Seite könnten in den USA von ABC-Verbrauchervertrauen und vom Chicago-Fed Impulse ausgehen.

Aus technischer Sicht rückt nach dem Fall des Euro unter 1,4520 USD für die Gemeinschaftswährung die Marke von 1,4311 USD in Reichweite. Erst über 1,4640 USD erhalte der Euro wieder etwas Entlastung, heißt es am Markt.

Die Feinunze Gold wird am Morgen gegen 7.25 Uhr mit 858,35 USD gehandelt nach 871,25 USD zum Londoner Nachmittag-Fixing.





Europa Europa Europa (7.20) (16.44) (12.30)
EUR/USD 1,4435 1,4488 1,4479
USD/JPY 106,09 105,88 105,80
EUR/JPY 153,15 153,41 153,17
EUR/GBP 0,7446 0,7428 0,7432
EUR/CHF 1,6006 1,6068 1,5967