Mittwoch, 5. Dezember 2007

Devisenanalyse (AUDUSD)


Das Währungspaar AUDUSD notierte den heutigen Tagestief von $0.8661, danach hat die australische Währung angefangen zu klettern. Zur Zeit handelt sie sich im Bereich bei $0.8696. Den AUD-Anstieg haben Bids hervorgerufen, die an der wichtigen Unterstützungslinie von $0.8650 liegen. Marktteilnehmer hat schon vor diesem Bereich, wobei die Linie "Halz" (Neck) von der Figur "Kopf und Schulter". Damit wird dei Überwindung des Bereichs annehmen, dass eine abwärts laufende Tendenz die Potential haben solle, die zu sieben Figuren gleich. Der nächste wichtige Berech der Unterstützung liegt bei $0.8536 (Fibonacci 50%-Linie von $0.7670-$0.9401).

Bild von IFC Markets Geschäftsterminal "NetTradeX" (Bollinger Bänder, 21-täglicher Moving Average, Fibonacci Retracement)

Devisenanalyse (EURGBP)


Weiterer Abschlag der britischen Währungs wegen der negativen ökononischen Statistik in Beziehung auf Ereiginis der Beratung der Bank of England stützt den Anstieg von EURGBP, trotzdem die gemeinsame europäische Währung befindet sich heute unter Druck von Bären. Das Währungspaar halt sich zur Zeit um stg0.7218, notierte den jüngsten Recordhoch von stg0.7233. Marktteilnehmer schätzen, dass der Durchdruch oberhalb stg0.7200/15 positives Signal sein solle. Offers bleiben im Bereich von stg0.7230/35 und Optionschein liegt im Bereich von stg.0.7250.

Bild von IFC Markets Corp. Geschäftsterminal "NetTradeX": Fractals, Moving Average (14), Bellinger Bänder, Stochastic, Momentum

Die EZB und das Japansyndrom

Es gibt im Prinzip drei Gruppen von nachfrageorientierten Ökonomen. Die erste ist nicht dazu in der Lage, die längerfristigen Folgen einer übermäßigen Geldmengenausweitung zu erkennen.

Die zweite weiß sehr wohl um die Gefahr von Inflation, Kapitalfehlallokation, Überschuldung und Bankenkrise, lebt jedoch im Hier und Jetzt; ihr Widerspruch besteht darin, die Kosten von morgen mit einem hohen Diskontsatz abzuzinsen, von der Zentralbank aber einen niedrigen Diskontsatz zu fordern. Dann ist da noch die EZB, die Wasser predigt, aber Wein in rauen Mengen verteilt.

So kommt es, dass die Geldmenge M3 seit Anfang 1999 um 85 Prozent gestiegen ist, während das nominale BIP im Euro-Raum bloß um 42 Prozent zugelegt hat. Und so kommt es wiederum, dass die Inflation im Jahresmittel seit 2000 immer bei über zwei Prozent lag, obwohl die Lohnentwicklung verhalten war, das BIP-Wachstum mäßig ausgefallen ist und der handelsgewichtete Euro um ein gutes Viertel aufgewertet hat. Die gefühlte Inflation ist höher als in den frühen 90ern, als die ausgewiesene Inflation, die sich derzeit auf drei Prozent beläuft, auf bis zu 5,3 Prozent gesprungen war. Wer auf die Energie- und Nahrungsmittelpreise verweist, sollte bedenken, dass auch diese insofern eine Folge der laxen Geldpolitik im Westen sind, als dessen Endnachfrage das Schwellenländerwachstum begünstigt hat.

Die Zeichen von Kapitalfehlallokation beschränken sich derweil nicht auf den Hausmarkt, wo die Preise im Euro-Raum zwischen 1999 und 2006 trotz der schwachen Entwicklung in Deutschland (selbst hier steigt der Baupreisindex übrigens um sieben Prozent) um drei Fünftel zugelegt haben. Die durchschnittliche reale Rendite auf Euroraum-Staatsanleihen von nur 1,3 Prozent seit 2003 dürfte auch dem Aufstieg der Finanzinvestoren Vorschub geleistet haben, die mit riesigen Verschuldungshebeln arbeiten, bei Übernahmen Spitzenmultiplikatoren auf Spitzenmargen bezahlt und selbst den Vorständen von Großfirmen Angst und Schrecken eingejagt haben, sodass diese der kurzfristigen Gewinnsteigerung wegen gespart haben, wo es nur geht. Es würde nicht wundern, wenn die angesichts der zyklischen Lage ernüchternde Ausrüstungsinvestitionsquote auch damit zu tun hätte. Dass die Bankausleihungen an den Privatsektor seit 1999 von 91 auf 131 Prozent des BIP gestiegen sind, ist dabei umso bedenklicher, als die Schulden sehr ungleich verteilt sind.

Der Gerechtigkeit halber muss erwähnt werden, dass es für die EZB schwer gewesen wäre, sich von der schludrigen internationalen Geldpolitik abzukoppeln, ohne eine Rezession zu riskieren. Der Preis dafür ist, dass die europäische Wirtschaft inzwischen ähnlich am Tropf billigen Geldes hängt wie jene der angelsächsischen Ökonomien. Das ist der Grund dafür, warum die ersten Stimmen laut werden, die EZB solle Zinssenkungen vorbereiten, um einer Entwicklung à la Japan vorzubeugen.

ThyssenKrupp

Hätte man noch vor zehn Jahren junge Kapitalmarktteilnehmer nach dem Sex-Appeal eines Stahlkochers gefragt, hätte man in ein Gesicht voller Erstaunen und Verachtung geblickt. Heute sieht das anders aus.

Der indische Stahlbaron Lakshmi Mittal dürfte dank seines erfolgreichen Expansionsfeldzugs einer der von Investmentbankern am meisten hofierten Firmenchefs sein. Und auch Deutschlands Vorzeigeschmiede ist mittlerweile wahr gewordener Traum vieler Shareholder-Value-Prediger und Verfechter moderner Unternehmungsführungsstrategien. So demonstrierte ThyssenKrupp mit Vorlage des 2006/07er-Geschäftsberichts eindrucksvoll, dass es die ganze Klaviatur der reinen Lehre zu Umsatz- und Ergebnissteigerung seit Jahren zu nutzen weiß. Ob Steuerung nach wertorientierten Kennzahlen, Portfoliooptimierung oder der kontinuierliche Effizienzverbesserungsprozess - alle Säulen eines wertorientierten Managements werden umgesetzt.

Für das Effizienzprogramm "Best" gab Thyssen erstmals Zahlen bekannt. Im abgelaufenen Jahr wurden dadurch 650 Mio. Euro eingespart, dieses Jahr sollen es über 350 Mio. Euro werden. Zusammen mit der entfallenen 480-Mio.-Euro-Kartellstrafe sollte es Thyssen trotz Anlaufverluste einiger Großprojekte nicht schwerfallen, das konservative Vorsteuerziel von über 3 Mrd. Euro zu schaffen, nach 3,3 Mrd.Euro in diesem Jahr. Dass die Aktie unter die Räder kam, erklärt sich mit ihrer Einordnung als zyklischer Wert. Hier liegt entweder der Markt oder das Management falsch. Denn in Thyssens Prognosen bis 2012 ist von einem Abschwung nichts zu sehen. Bei kontinuierlichem Umsatzanstieg soll die Kapitalrendite von jetzt 20,7 auf 22 Prozent gesteigert werden. Oder antizipiert Thyssen, mit weiterer Portfoliooptimierung und Effizienzsteigerung, den Margendruck eines Abschwungs kompensieren zu können? Dieses Selbstbewusstsein in allen Ehren, aber wenn es mit ebenso mutigen Investitionsplänen wie bei Thyssen einhergeht, könnte der Abschwung doppelt wehtun.

Wie die Zinsschranke umgangen wird

von Richard Haimann

Die ab Januar 2008 geltende Zinsschranke erschwert Immobilienunternehmen Investitionen in Neubauten und den Bestand. Die gute Nachricht: Dank einiger Ausnahmeregeln lässt sie sich umgehen.

Zahlreiche Unternehmens- und Steuerberater werden sich in den nächsten Monaten vor Aufträgen aus der deutschen Immobilienwirtschaft kaum retten können. Verantwortlich für den hohen Beratungsbedarf ist die sogenannte Zinsschranke.

Mit dieser Regelung will die Bundesregierung im Rahmen der Unternehmenssteuerreform verhindern, dass Finanzinvestoren ihre Gewinne aus kreditfinanzierten Investments steuerfrei einstreichen.

Die Regelung sieht vor, dass Unternehmen mit konzernartigen Strukturen Zinskosten für Investitionsdarlehen nur noch begrenzt abschreiben dürfen. "Die Zinsschranke wird für viel Heulen und Zähneklappern in der Immobilienbranche sorgen", prophezeit Matthias Roche, Steuerberater, Rechtsanwalt und Partner bei Ernst & Young.

Kritische Regelung für langfristige Bestände

Denn Immobilienunternehmen sind in besonderem Maße auf Fremdfinanzierungen angewiesen. Neue Gebäude und aufwendige Sanierungsmaßnahmen im Bestand können die Gesellschaften in der Regel nicht aus ihren Eigenkapitalreserven bestreiten.

Nach dem neuen Steuerrecht können Konzerne ab dem 1. Januar 2008 ihren Nettozinsaufwand nur noch bis zur Höhe von 30 Prozent des steuerlichen Ergebnisses vor Zinsen, Ertragssteuern und Abschreibungen (Ebitda) abschreiben. Darüber hinausgehende Zinsaufwendungen müssen auf die kommenden Jahre vorgetragen werden.

Kritisch ist diese Regelung vor allem für Gesellschaften, die ihre Bestände über viele Jahre halten und laufend in die Instandhaltung investieren müssen. Weil diese Unternehmen Jahr für Jahr etwa gleichbleibende Ergebnisse erzielen, gibt es keine Phasen mit hohen Gewinnen, gegen die die vorgetragenen Zinsaufwendungen verrechnet werden könnten.

"Wesentliche betriebliche Aufwendungen werden steuerlich nicht abzugsfähig sein", kritisiert Herbert Reiß, Managing Partner bei Deloitte Real Estate. Auch Projektentwickler geraten durch die neue Regelung unter Druck.

Sie müssen bei Neubauvorhaben hohe Vorlaufkosten über Kredite finanzieren, während die Erträge erst beim späteren Verkauf der Immobilie erzielt werden. "In der Bauphase stehen den hohen Zinsaufwendungen dabei jedoch keine Zinserträge gegenüber", sagt Friedrich Wilhelm Patt, geschäftsführender Gesellschafter der Hannover Leasing.

Als Folge müssten fast alle Zinskosten vorgetragen werden und ließen sich später vermutlich nicht in vollem Umfang mit dem Erlös aus dem Verkauf der Immobilie verrechnen. "Für viele Unternehmen wird das Ergebnis fatal sein, da sie nur einen Teil ihrer Aufwendungen steuerlich geltend machen können", sagt Patt.

DJ DEVISEN/Euro wenig verändert gegenüber Dollar

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro hält sich am Mittwochmorgen auf dem Niveau, das er am Dienstagmittag gegenüber dem Dollar erreicht hat. Marktteilnehmer sprechen von einem dünnen Geschäft. Daher seien stärkere Kursausschläge in die eine oder andere Richtung jederzeit möglich. Diese könnten durch die am Nachmittag anstehenden US-Konjunkturdaten hervorgerufen werden. So wird der ADP-Arbeitsmarktbericht vorgelegt, der jedoch als nur bedingt zuverlässiger Indikator für den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag gilt. Zudem werden der ISM-Index für den Dienstleistungssektor und der Index der anstehenden Hausverkäufe veröffentlicht.

Ob die Daten allerdings ausreichten, den Widerstand bei 1,4780 USD herauszunehmen, wird im Handel kritisch gesehen. Angesichts einer ganzen Reihe von Notenbanktreffen im Verlauf der Woche - allen voran am Donnerstag die Sitzung der Europäischen Zentralbank - herrsche Zurückhaltung vor, heißt es im Handel auch. Möglicherweise könnte die Phase der Stagnation sich sogar bis in die kommende Woche fortsetzen, da dann die US-Notenbank ihre Zinsentscheidung trifft. Eine erste Unterstützung für den Euro wird bei 1,4720 USD ausgemacht.

Die Feinunze Gold notiert im frühen Geschäft mit 805,47 USD. Sie wurde zum Londoner Nachmittags-Fixing mit 797,50 USD notiert.





Europa US-Handel Europa (7.20) (Overnight)(16.45)

EUR/USD 1,4746 1,4765 1,4744
USD/JPY 110,32 109,78 109,85
EUR/JPY 162,72 162,10 162,00
EUR/GBP 0,7174 --- 0,7157
EUR/CHF 1,6495 --- 1,6489