Montag, 10. Dezember 2007

Erleichterung in den USA

Die US-Regierung will den Anstieg der Zinssätze für Hypothekenkredite verhindern und so die Pleitewelle von Haushalten und die Zwangsversteigerungen bremsen. Das Problem sind vor allem die so genannten Subprime-Kredite, die an Schuldner mit geringer Bonität vergeben wurden und in der Regel mit variablen, d.h. steigenden Zinssätzen ausgestattet sind. Die Kredite starten häufig mit Zinssätzen zwischen sieben und neun Prozent und steigen dann auf elf bis 13 Prozent. In den nächsten zwei Jahren steht die Hochstufung von zwei Millionen Subprime-Krediten bevor. Das dürfte die Zahl der Kreditausfälle dramatisch anwachsen lassen, darüber sind sich die Experten einig.

Höhepunkt der Hypothekenkrise kommt erst noch
Bereits jetzt ist die Lage dramatisch und die Prognosen für die Entwicklung am Immobilienmarkt sehen noch schlechter aus. Im Oktober verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahr die Anzahl der Zwangsversteigerungen durch Hausbesitzer, die ihre Kredite nicht bedienen konnten. Die Analysten der Credit Suisse schätzen, dass 30 Prozent der Subprime-Kreditnehmer mit ihren Zahlungen rückständig sind und dass in den nächsten beiden Jahren 775.000 Häuser mit einem Kreditvolumen von insgesamt 143 Mrd. Dollar in die Zwangsvollstreckung gehen. Gemäß einer von der Vereinigung der US-Bürgermeister (US-Conference of Mayors) in Auftrag gegebenen Studie wird durch die Immobilienkrise im nächsten Jahr der Wert des Hauseigentums in den USA insgesamt um 1,2 Bio. USD sinken und die Steuereinnahmen auf lokaler Ebene um mehr als 6,6 Mrd. USD verringern.

US-Regierung wird aktiv
Um die Zahl der Zwangsversteigerungen und damit auch die konjunkturellen und sozialen Auswirkungen der Immobilienkrise zu begrenzen, plant die US-Regierung daher ein Einfrieren der Zinssätze für Subprime-Kredite auf dem niedrigeren Einstiegsniveau. Damit soll den Kreditnehmern geholfen werden, welche die niedrigere Einstiegs-Zinsrate bezahlen können, aber nicht die dann folgende höhere Zinsrate. Das klingt wie der Stein der Weisen, aber wie immer wird irgendjemand die Zeche bezahlen müssen und das sind die Besitzer der Anleihen auf die Hypothekenkredite, deren Kurse fallen dürften. Und so feilt die Regierung auch noch daran, die zu erwartende Klagewelle einzudämmen.

Fazit
Obwohl die Pläne sozial verständlich sind, eine Lösung der Kreditkrise stellen sie nicht dar. Dem Dollar hilft das langfristig ebenso wenig wie das ständige weitere Aufdrehen des Geldhahns durch die US-Notenbank. Dennoch: Kurzfristig ist erst einmal Beruhigung am Devisenmarkt angesagt, auch weil die letzten US-Konjunkturdaten die Rezessionsangst verringerten. EUR/USD dürfte seine Korrektur der letzten beiden Wochen fortsetzen.





Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

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