Montag, 10. Dezember 2007

Dachfonds stehen kurz vor dem Durchbruch

von Martin Diekmann

Dachfonds gehören zu den etablierten Fondsarten am deutschen Markt. Seit 1998 sind die Produkte hierzulande erhältlich, mittlerweile gibt es mehr als 500. Die erfolgreichsten kommen mit ihrer Performance den besten weltweit anlegenden Aktienfonds nahe.
Experten unterscheiden zwischen konservativ, flexibel und dynamisch ausgerichteten Dachfonds, je nachdem ob die Manager einen geringen, ausgewogenen oder großen Anteil an Aktienfonds in ihre Dachfonds aufnehmen. Folgerichtig fällt auch die Wertentwicklung sehr unterschiedlich aus.

Trotz guter Performancewerte haben die Dachprodukte den endgültigen Durchbruch bei Anlegern noch nicht geschafft. Zwar liegt einer aktuellen Studie von Fidelity Investments zufolge das verwaltete Vermögen aller deutschen Dachfonds bei 47,4 Mrd. Euro, gegenüber 23,9 Mrd. Euro Ende 2003. Gemessen an der Zahl der erhältlichen Dachfonds nimmt sich die Gesamtsumme jedoch noch immer verhältnismäßig bescheiden aus. Das dürfte sich mit Einführung der Abgeltungsteuer ändern.

Viele Anleger erwarten, dass die erfolgreichsten Dachprodukte herkömmliche Einzelfonds in der Wertentwicklung schlagen müssten. Das ist schon rein rechnerisch nicht möglich, da die Dachprodukte auf mindestens fünf verschiedene Zielfonds setzen müssen. Selbst wenn es einem Manager gelingen sollte, die fünf besten Produkte seines Anlagegebiets auszuwählen, würde er somit rein rechnerisch die besten Aktienfonds nicht schlagen können.

Nach Angaben von Fidelity Investments machen Dachfonds mit einer sogenannten offenen Architektur bereits mehr als 50 Prozent aus. Diese Produkte greifen mit mindestens der Hälfte des Fondsvermögens auf Zielfonds anderer Gesellschaften zu. Bei Dachfonds fallen jährliche Gebühren der Zielfonds und die des eigenen Managements an, was die Anforderungen an die Performance erhöht.

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