Die Märkte zeigten sich leicht enttäuscht, der eine oder andere hatte offenbar doch auf eine etwas größere Lockerung gehofft. Mit Blick auf die zunehmende Rezessionsgefahr in den USA ist diese Zinssenkung richtig. Auch die extreme Unsicherheit an den Geldmärkten und die wachsende Gefahr einer echten Kreditklemme in den USA rechtfertigen die Lockerung der Geldpolitik - obgleich die Inflationsrate noch steigt und nur die bereinigte Kernrate der Teuerung vergleichsweise stabil ist.

Richtig ist auch die Entscheidung, es bei einem Absicherungsschritt von 25 Basispunkten zu belassen. Bei allen Anzeichen für eine Rezession der US-Wirtschaft im Wahljahr 2008 sind einige Indikatoren wie etwa der Arbeitsmarkt noch immer robust. Für einen größeren Schritt gibt es deshalb keine zwingenden Argumente. Er wäre an den Märkten eher als dramatisches Warnsignal aufgefasst worden, das auch für unmittelbaren Druck auf den Dollar gesorgt hätte.
Auch der kleine Zinsschritt ist allerdings mit Risiken verbunden. Einerseits bestärkt die Fed erneut den für sie gefährlichen Verdacht, dass sie sich von den Erwartungen der Märkte treiben lässt. Dieser Eindruck drängt sich umso mehr auf, als sie bis Ende November noch signalisiert hatte, von weiteren Schritten zunächst abzusehen.
Und mit der Ausweitung der Zinsdifferenz zur Euro-Zone nimmt die Anfälligkeit des Dollar zu. Solange die EZB keinen Grund sieht, ihrerseits auf eine Konjunkturabschwächung mit niedrigeren Zinsen zu reagieren, bauen sich hier wachsende Spannungen auf.



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