Dienstag, 27. November 2007

Was geschieht mit dem Dollar?

Der Fall des Dollars erscheint unaufhaltsam. Der Abwertungsdruck auf die amerikanische Währung wurde nochmals verstärkt durch neue Spekulationen über eine weitere Zinssenkung des Federal Open Market Committee (FOMC) der US-Notenbank am 11. Dezember. Die Notenbanker vermitteln dabei ein Bild der Unentschlossenheit. Das ist Gift für die Märkte, die aufgrund der Hypothekenkrise ohnehin schon stark verunsichert sind. Für die Fed dreht sich alles um die Frage, ob die Risiken für das Wachstum größer sind als die für die Preisstabilität. Die Aussagen einzelner Notenbanker seit Anfang November ließen eher auf eine geringe Bereitschaft zu einer weiteren Zinssenkung schließen. Das am 20. November veröffentlichte Protokoll der letzten FOMC-Sitzung brachte jedoch eine überraschend starke Abwärtskorrektur der Wachstumsprognosen der Notenbanker für 2008. Die Prognosen der 17 FOMC-Mitglieder reichen von 1,6 bis 2,6 Prozent Wachstum, nachdem sie im Juni noch zwischen 2,5 und 3,0 Prozent gelegen hatten. Die Prognose für die Kerninflationsrate blieb kaum verändert bei 1,7 bis 1,9 Prozent.





Spekulationen über weitere Zinssenkung

An den Futures-Märkten wurde daraufhin eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung eingepreist. Ohnehin haben an den Märkten zuletzt die Sorgen über die Konjunktur in den USA zugenommen. Immer mehr Experten befürchten sogar eine Rezession. In jedem Fall dürfte der Abwärtstrend am Immobilienmarkt bis Mitte 2008 anhalten. Dafür sprechen auch die letzten Zahlen vom Häusermarkt. Bedenklich war zudem der Rückgang der Industrieproduktion im Oktober um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat. Offen ist, ob es sich dabei nur um eine Konjunkturdelle handelt oder um den Beginn eines ernstlichen Abschwungs. Alles hängt davon ab, wie sich die Kreditkrise auf das Verhalten der Unternehmen und der Haushalte auswirkt. In der Volkswirtschaft geht es eben nicht um mechanische Zusammenhänge, die sich ein für allemal in Formeln gießen lassen, sondern um menschliches Verhalten im Umgang mit knappen Ressourcen. Sollten die Unternehmen ihre Investitionstätigkeit und die Verbraucher ihren Konsum ernstlich einschränken, dann würde aus der Konjunkturdelle ein längerer Abschwung werden.

Fazit

Die US-Notenbanker schätzen in ihrer Mehrheit dieses Risiko offenbar (noch) als gering ein. Dennoch werden am Devisenmarkt Spekulationen über die Geldpolitik der Fed in nächster Zeit das beherrschende Thema sein. Starke Kursreaktionen dürfte es geben, wenn sich die Erkenntnis durchsetzen sollte, dass die US-Notenbank den Leitzins nicht senkt. Das hätte eine deutliche Korrektur im Abwertungstrend des Dollars zur Folge. Eine Zinssenkung würde dagegen einen weiteren Kursanstieg von EUR/USD über die Marke von 1,50 USD nach sich ziehen.

Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

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