Freitag, 10. August 2007

DEVISEN/Yen profitiert vom abnehmenden Risikohunger

FRANKFURT (Dow Jones)--Die weltweit sinkende Risikobereitschaft der Investoren hinterlässt am Freitag immer tiefere Spuren an den internationalen Devisenmärkten. Profiteure der Entwicklung sind der Yen und der Schweizer Franken. Die japanische Währung setzt am Freitagmorgen ihre starke Aufwertung zu Dollar und Euro fort. Der Dollar ist im frühen europäischen Devisengeschäft unter 118 JPY gefallen, nachdem er am Vortag noch knapp unter 120 JPY handelte. Der Euro wechselt zum Yen knapp über 161 JPY den Besitzer. Am Donnerstag wurde die Gemeinschaftswährung im Hoch noch mit mehr als 165 JPY bezahlt. Da der Euro zum Yen stärker nachgibt als der Dollar zum Yen, verliert der Euro auch zum Dollar zunehmend an Boden.


"Anleger lösen angesichts der wachsenden Risiken mit steigender Tendenz ihre Carry-Trades auf", sagt ein Händler. Die Sorge, Ausfälle an den globalen Kreditmärkten könnten die Finanzsysteme und die Konjunktur stärker als bislang erwartet belasten, hat die Aktienkurse weltweit auf Talfahrt geschickt. Bei den Carry Trades genannten Zinsdifferenzgeschäften verschulden sich Investoren in niedrig verzinsten Währungen wie dem Yen und legen diese Mittel in höher verzinste Währungen wie dem US-Dollar oder dem neuseeländischen und australischen Dollar an. Die Auflösung dieser Strategie stützt nun Währungen wie Yen und Franken. "Die Aktionen nehmen immer mehr panikartige Züge an", berichtet ein asiatischer Händler.

Die raschen, starken Kursbewegungen machten das Devisengeschäft immer schwieriger und unübersichtlicher. Gleichzeitig werden an den mit dem Devisenhandel eng verbundenen lokalen Geldmärkten, wo sich Investoren kurzfristig mit Liquidität versorgen, die Mittel knapp. Die Notenbanken von Japan und Australien sowie die Währungsbehörde in Singapur haben zusätzliche Liquidität zur Verfügung gestellt.

Aus technischer Sicht befindet sich der Euro zum Dollar wieder im Abwärtstrend, wie die Landesbank Baden-Württemberg anmerkt. Die nächste Unterstützung liege bei 1,3610 USD. Erst ein Anstieg über 1,3750 USD würde hingegen den Euro aus technischer Sicht stabilisieren.

Die Feinunze Gold wird im frühen Londoner Handel mit 662,90 USD bezahlt nach einem Nachmittags-Fixing am Donnerstag von 664,80 USD.

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