Montag, 17. Dezember 2007

Sind die Notenbanken machtlos?

Am Geldmarkt wurde zuletzt wieder die Liquidität knapp. Das Schlimmste dabei ist: Die Notenbanken scheinen dagegen machtlos zu sein. Die Situation des „Flaggschiffs der Hypothekenkrise“ Citigroup verdeutlicht das Ausmaß der Probleme: Lange sträubte sich die Bank dagegen, die in eigenständige Gesellschaften ausgelagerten Hedge Fonds, die so genannten SIVs, in ihre Bilanz aufzunehmen, um damit eine Zwangsauflösung von deren Positionen zu stoppen. Doch die Versuche des Vorstandes, die Verluste über einen Staatsfonds zu sozialisieren, schlugen fehl. Sieben Fonds mit einem Volumen von 49 Mrd. USD wurden daher jetzt doch übernommen. Die SIVs haben nach Angaben von Moody´s seit August ihre Positionen um 25 Prozent auf 298 Mrd. USD reduziert. Die Risiken für die Märkte, dass der Positionsabbau sich in diesem Tempo fortsetzt, sind nun gesunken. Manche feiern bereits, dass damit das SIV-Problem vor einer Lösung steht.

Banken in ernsten Schwierigkeiten

Tatsächlich liegen die Risiken nur woanders, und zwar in die Bilanzen der Unternehmen. Diese geraten in eine Schieflage und haben mit einer Unterdeckung an Kapital zu kämpfen. Im November hat die Citigroup Anteile im Wert von 7,5 Mrd. USD nach Abu Dhabi verkauft, um die Eigenkapitalquote wieder der eigenen Zielgröße anzupassen. Nach Schätzung der Citigroup-Kritikerin Meredith Whitney von CIBC World Markets benötigt die Bank aber weitere 30 Mrd. USD an Kapital und wird die Dividende kürzen müssen. Ob diese Zahlen zutreffen, wird sich noch herausstellen. Dass es massive Probleme gibt, zeigt die Liquiditätsknappheit am Geldmarkt. Die Geschäftsbanken sind derzeit äußerst zurückhaltend dabei, sich gegenseitig Geld zu leihen. Die Lage wird dadurch verschärft, dass es zum Jahresende hin ohnehin häufig zu Engpässen am Geldmarkt kommt.

Dollar mit kurzfristiger Erholung

Die am 12. Dezember angekündigten konzertierten Aktionen der großen Notenbanken konnten trotz kräftiger Liquiditätsspritzen weder den Anstieg der Geldmarktzinsen beenden, noch das Vertrauen der Märkte wieder herstellen. Selbst in Japan, dessen Banken von der Kreditkrise kaum betroffen sind, stieg der 3-Monatszins auf das höchste Niveau seit 1995. Nur die Geldmärkte der asiatischen Emerging Markets blieben bislang verschont. Allerdings nicht nur, weil ein Übermaß an Liquidität vorhanden ist, sondern auch weil in vielen Fällen eine gewisse Abschottung gegenüber dem weltweiten Geldmarkt besteht. Auch wenn sich die Lage an den internationalen Geldmärkten wieder etwas entspannen sollte, die letzten Tage zeigten, dass die Kreditmarktkrise uns noch bis weit in das Jahr 2008 hinein in Atem halten wird. Den Dollar dürfte dies auf lange Sicht weiter belasten. Kurzfristig ist jedoch eine Kurserholung beim Greenback angesagt. Lesen Sie im Devisen-Trader, wie Sie daraus am besten Kapital schlagen können.

Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht



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