Banken in ernsten Schwierigkeiten
Tatsächlich liegen die Risiken nur woanders, und zwar in die Bilanzen der Unternehmen. Diese geraten in eine Schieflage und haben mit einer Unterdeckung an Kapital zu kämpfen. Im November hat die Citigroup Anteile im Wert von 7,5 Mrd. USD nach Abu Dhabi verkauft, um die Eigenkapitalquote wieder der eigenen Zielgröße anzupassen. Nach Schätzung der Citigroup-Kritikerin Meredith Whitney von CIBC World Markets benötigt die Bank aber weitere 30 Mrd. USD an Kapital und wird die Dividende kürzen müssen. Ob diese Zahlen zutreffen, wird sich noch herausstellen. Dass es massive Probleme gibt, zeigt die Liquiditätsknappheit am Geldmarkt. Die Geschäftsbanken sind derzeit äußerst zurückhaltend dabei, sich gegenseitig Geld zu leihen. Die Lage wird dadurch verschärft, dass es zum Jahresende hin ohnehin häufig zu Engpässen am Geldmarkt kommt.
Dollar mit kurzfristiger Erholung
Die am 12. Dezember angekündigten konzertierten Aktionen der großen Notenbanken konnten trotz kräftiger Liquiditätsspritzen weder den Anstieg der Geldmarktzinsen beenden, noch das Vertrauen der Märkte wieder herstellen. Selbst in Japan, dessen Banken von der Kreditkrise kaum betroffen sind, stieg der 3-Monatszins auf das höchste Niveau seit 1995. Nur die Geldmärkte der asiatischen Emerging Markets blieben bislang verschont. Allerdings nicht nur, weil ein Übermaß an Liquidität vorhanden ist, sondern auch weil in vielen Fällen eine gewisse Abschottung gegenüber dem weltweiten Geldmarkt besteht. Auch wenn sich die Lage an den internationalen Geldmärkten wieder etwas entspannen sollte, die letzten Tage zeigten, dass die Kreditmarktkrise uns noch bis weit in das Jahr 2008 hinein in Atem halten wird. Den Dollar dürfte dies auf lange Sicht weiter belasten. Kurzfristig ist jedoch eine Kurserholung beim Greenback angesagt. Lesen Sie im Devisen-Trader, wie Sie daraus am besten Kapital schlagen können.
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