Montag, 5. November 2007

US-Dollar mit Kurserholung?

Der Wechselkurs EUR/USD erreichte erstmals seit Einführung des Euros die Marke von 1,45 USD. Der Kursanstieg von EUR/USD in den letzten Wochen geschah auch im Vorgriff auf die weithin erwartete Zinssenkung der US-Notenbank. Als diese dann tatsächlich den Leitzins von 4,75 auf 4,50 Prozent reduzierte, kam es zu Gewinnmitnahmen. EUR/USD fiel in kurzer Zeit bis auf 1,44 USD zurück. Denn: Die Zinsphantasie ist damit erst einmal aus dem Markt. Die Notenbanker erteilten in ihrem Statement weiteren Zinssenkungen mehr oder weniger deutlich eine Absage. Zwar erwarten Bernanke & Co. aufgrund der Immobilienkrise eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums, sie stellten aber auch eine Erhöhung der Inflationsrisiken fest.

Keine weitere Zinssenkung der Fed
Das legt die Schlussfolgerung nahe, dass die Fed auf eine eventuelle Verschlechterung der Konjunkturdaten nicht mit einer weiteren Zinssenkung reagieren wird. Denn die Gefahr einer Rezession besteht nach Ansicht der Notenbanker nicht. Tatsächlich fielen die nach der Fed-Sitzung veröffentlichten US-Konjunkturdaten schwächer als erwartet aus. Zwar konnten die BIP-Daten für das dritte Quartal mit einer Jahreswachstumsrate von 3,9 Prozent noch positiv überraschen, aber das ist in erster Linie ein Blick zurück. Die voraus laufenden Indikatoren wie der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fielen schlechter als erwartet aus. Mittlerweile scheinen sich auch in der Industrie die negativen Auswirkungen der Kreditkrise bemerkbar zu machen. Der ISM-Index fiel zum vierten Mal in Folge und könnte in den nächsten Monaten sogar erstmals seit Januar 2007 wieder die „Boom-or-Bust-Linie“ von 50 Punkten unterschreiten.





Überschießen bei EUR/USD
Die Einnahmen und Ausgaben der privaten Haushalte stiegen im September ebenfalls langsamer als erwartet an. Das ist ein weiteres Indiz für eine sich abflachende Konsumkonjunktur. Dafür spricht auch die unerwartet deutliche Verschlechterung der beiden Konsumklimaindizes, die am Freitag und Montag veröffentlicht wurden. Einen Kontrapunkt setzten jedoch die Arbeitsmarktdaten für Oktober, die mit einer Beschäftigungszunahme um 166.000 Personen deutlich besser ausfielen als erwartet. Allerdings zeigten die Arbeitsmarktdaten in den letzten Monaten eine sehr hohe Volatilität. Ein positiver Trend kann aus diesen Zahlen noch nicht abgelesen werden. Insgesamt ließe das konjunkturelle Umfeld eine weitere Abwertung des Dollars erwarten. Dagegen spricht allerdings die „Mechanik“ am Devisenmarkt. Der Kursanstieg bei EUR/USD in den letzten Wochen stellt unseres Erachtens ein Überschießen dar. Wir rechnen daher zumindest kurzfristig mit einer Korrektur bis in den Bereich von 1,4180 USD.

Norwegische Krone fällt
Die norwegische Notenbank ließ den Leitzins bei 5,00 Prozent, senkte aber ihre eigene Zinsprognose. Das kam überraschend, steht die heimische Wirtschaft doch nach wie vor unter Volldampf. Die Norwegische Krone geriet daher unter Abwertungsdruck und EUR/NOK zog deutlich an. Das könnte die Wende nach oben sein in dem Wechselkurs, der seit Oktober 2006 eine Abwärtstendenz aufweist. Anders sieht es in Schweden aus. Die Riksbank erhöhte den Leitzins von 3,75 auf 4,00 Prozent und kündigte eine Beibehaltung der Straffungspolitik an. EUR/SEK dürfte sich weiterhin in der Seitwärtsrange zwischen 9,10 und 9,50 SEK bewegen.


Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

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