Aufwertung trotz Inflation
Theoretisch müsste bei frei floatenden Wechselkursen eine hohe Inflation dazu führen, dass die jeweilige Währung abwertet. Dieser Mechanismus ist aber in den Emerging Markets vielfach gestört, weil die enormen Zuflüsse an ausländischem Kapital für Aufwertungsdruck sorgen. Die Notenbanken in den Emerging Markets werden daher in den nächsten Monaten zunehmend vor einem Dilemma stehen: Um die Inflation zu bekämpfen, müssten sie die geldpolitischen Zügel anziehen. In diesem Fall würde sich aber der ohnehin vorhandene Aufwertungsdruck auf die Währung noch verstärken. Das aber könnte die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Exporteure und damit den Aufschwung insgesamt gefährden. Marktregulierungen nehmen zu
Eine Antwort auf dieses Dilemma sind Marktregulierungen. In den Emerging Markets Asiens dürften vor allem Beschränkungen des Kapitalverkehrs das Mittel der Wahl sein, um die hohen Kapitalzuflüsse zu bremsen. Indien machte bereits den Anfang, indem es Mitte Oktober Pläne zur Einschränkung des Aktienkaufs durch ausländische Fonds bekannt gab. Doch andere Länder in Asien mit flexiblen Wechselkursen könnten mit ähnlichen Maßnahmen nachziehen, um die Aufwertung ihrer Währungen zu bremsen. Denn der Wettbewerbsdruck durch die chinesische Konkurrenz, die durch den unterbewerteten und nicht frei floatenden Yuan begünstigt ist, steigt.
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