Mittwoch, 31. Oktober 2007

Richtungsweisende Zinsentscheidungen

Die Ungewissheit über den weiteren Kurs der Geldpolitik ist in den letzten Wochen in vielen Ländern deutlich gestiegen. Davon wird inzwischen auch die EZB erfasst, deren Zinserhöhungspolitik immer mehr in Frage gestellt wird. Grund dafür ist der starke Euro, aber nicht nur. Die Konjunktur in Euroland ist nicht mehr so robust wie es noch vor einigen Monaten den Anschein hatte. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone fiel im Oktober auf den niedrigsten Stand seit zwei Jahren. Der Indikator zeigte damit den vierten Monat in Folge einen Rückgang. Häufig wird dem Einkaufsmanagerindex im Gegensatz zu seinem Pendant in den USA, dem ISM-Index, nicht allzu große Bedeutung zugemessen. Doch diesmal ist das anders: Der Rückgang von 53,2 auf 51,5 Punkte im Oktober war überraschend deutlich. Die Zahlen legen nahe, dass es im vierten Quartal 2007 erstmals seit drei Jahren bei der Industrieproduktion in der Eurozone wieder einen Rückgang im Quartalsvergleich geben könnte.

Zinssenkung der Fed?

Das dürfte auch die Notenbanker in der EZB nicht unberührt lassen. Sowieso werden aufgrund des starken Euros die Stimmen aus Politik und Wirtschaft immer lauter, die eine weniger restriktive Geldpolitik fordern. Drohen echte Gefahren für die Konjunktur, dann könnte die EZB ihre bisherige Linie durchaus ändern. Ein Beibehalten des aktuellen Zinsniveaus bis zum Jahresende ist nicht mehr ausgeschlossen. Entsprechende Spekulationen könnten den Euro bis zur nächsten Sitzung am 8. November unter Druck setzen. Zuvor dürfte aber das Treffen der US-Notenbank am 31. Oktober im Mittelpunkt stehen. Da die jüngsten US-Konjunkturdaten, vor allem die Zahlen vom Immobilienmarkt, deutlich schwächer als erwartet ausfielen, ist mit einer weiteren Zinssenkung zu rechnen.

Bank of England hält still

In Großbritannien ist dagegen keine Zinssenkung zu erwarten. Das Wachstum war im dritten Quartal höher als erwartet und lag auch über der Potenzialrate. Das ist angesichts der nicht von der Hand zu weisenden Inflationsgefahren kein Umfeld für eine geldpolitische Lockerung bei der Sitzung am 8. November. Das Pfund reagierte entsprechend mit Aufwertungsdruck, auch gegenüber dem Euro. In Australien haben dagegen die Spekulationen über eine Zinserhöhung am 7. November neue Nahrung erhalten. Die Inflationsrate lag im dritten Quartal über den Erwartungen. Angesichts der hohen Auslastung der Produktionskapazitäten und dem angespannten Arbeitsmarkt könnte das Stabilitätsziel der Notenbank gefährdet sein. Entscheidend für die weitere Entwicklung am Devisenmarkt sind jedoch die Zinsentscheide in den USA und in der Eurozone. Sollte die Fed ein Ende der Zinssenkungen signalisieren und die EZB ihre Erhöhungspolitik beenden, dann könnte dies den Aufwertungstrend des Euros beenden.

Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

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