Montag, 22. Oktober 2007

EUR/USD bald bei 1,45 USD?

Die Aktienmärkte hatten die US-Hypothekenkrise schnell verdaut – so schien es zumindest. An der Wall Street wurden neue Höchststände markiert und auch die Aktienindizes in den meisten übrigen Ländern konnten die vorherigen Verluste mehr als wettmachen. Dem Vorsitzenden der US-Notenbank Ben Bernanke ging das offenbar zu schnell. Er warnte in der letzten Woche davor, dass sich der Einbruch am Immobilienmarkt auch 2008 negativ auf das gesamtwirtschaftliche Wachstum in den USA auswirken wird. Zudem würde die Anspannung am Kreditmarkt nicht über Nacht verschwinden. Der IWF bestätigte dies indirekt, indem er die Prognose für das Wachstum der US-Wirtschaft im Jahr 2008 um fast einen ganzen Prozentpunkt auf 1,9 Prozent absenkte. Die zuletzt veröffentlichten Daten vom US-Immobilienmarkt für September zeigten jedenfalls keinerlei Anzeichen einer Stabilisierung, sondern unterboten die Prognosen der Analysten erneut deutlich.


Kreditkrise noch lange nicht ausgestanden

Die sinkenden Immobilienpreise führen zu einer Verschärfung der Hypothekenkrise. Der Finanzvorstand der Citigroup rechnet sogar mit einer Beschleunigung der Kreditausfälle. Bis zum Jahresende würde dies die Finanzbranche zunehmend in Bedrängnis bringen. Die größte US-Bank verbuchte im dritten Quartal im Zusammenhang mit der Kreditkrise die immense Summe von 6,5 Mrd. US-Dollar an Verlusten, Abschreibungen und Rückstellungen. Das waren 600 Mio. Dollar mehr als die Bank noch zwei Wochen vor der Veröffentlichung des Quartalsergebnisses geschätzt hatte. Eine bessere Bestätigung der Aussage des Finanzvorstands, dass sich die Lage weiter verschlechtert, konnte es nicht geben. Die Hypothekenkrise wird zweifellos ihre Spuren nicht nur in der Finanzbranche hinterlassen, sondern insgesamt auf Konsum und Wachstum drücken. Auch wenn dies viele Börsianer zu ignorieren scheinen. Der hohe Ölpreis belastet die Wirtschaft ebenfalls. Der US-Dollar befindet sich unter diesen Umständen weiterhin unter Abwertungsdruck, zumal die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank Ende Oktober nun gestiegen ist.

Erfolgreiche Devisen-Trades wünscht

Keine Kommentare: