Freitag, 11. Januar 2008

DJ DEVISEN/Euro nach starker Aufwärtsbewegung knapp behauptet

FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro gibt am Freitag beim Übergang in den europäisch geprägten Handel nach seiner starken Aufwärtsbewegung am Vortag gegen den Dollar leicht nach. Gegen das Pfund Sterling wurde am Morgen ein neues Allzeithoch markiert. Vor allem Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sowie Fed-Chairman Ben Bernanke sind für den jüngsten Euro-Anstieg verantwortlich.

Im Anschluss an die Leitzinsentscheidung der EZB am Vortag, bei der wie erwartet die Leitzinsen mit 4% bestätigt wurden, hatte sich Trichet überraschend "hawkish", also geldpolitisch restriktiv für die weitere Leitzinspolitik der EZB geäußert. "Trichet hat unmissverständlich klar gemacht, dass die Zinsen heraufgenommen werden - wenn notwendig", so die Einschätzung eines Devisenhändlers. Dabei habe er "strengere" Worte gebraucht und von "absoluter" Wachsamkeit gesprochen.

Demgegenüber hat sich Fed-Chairman Bernanke in einer Rede am Vorabend sehr "dovish" geäußert. Seiner Einschätzung nach haben die Abwärtsrisiken für das Wachstum zugenommen. Im Lichte der jüngsten Veränderungen des Wachstumsausblicks und der damit zusammenhängenden Risiken könnte eine zusätzliche geldpolitische Lockerung notwendig werden. Die Fed sei bereit, zusätzliche "substanzielle Maßnahmen" zur Stützung des Wachstums zu ergreifen.

Die US-Geldmarktzinsen hatten schnell auf die Kommentare von Bernanke reagiert. Am Markt wird nun eine große Leitzinssenkung von 50 Basispunkten Ende Januar durch die US-Notenbank fast zu 100% eingepreist, was den Dollar belastet. Am Vortag wurde die Wahrscheinlichkeit noch mit rund 50% angegeben. Händler sehen nun gute Chancen, dass der Euro in nicht allzu ferner Zukunft einen neuen Test der Marke von 1,50 USD starten wird. Die wahrscheinliche Entwicklung des Zinsdifferenzpotenzials spreche eine deutliche Sprache, heißt es.

Im Vergleich zum Vortag hat der Freitag vergleichsweise wenig an Terminen zu bieten. Am Nachmittag werden die Import- und Exportpreise Dezember sowie die Handelsbilanz November in den USA veröffentlicht. Daneben werden sich die Fed-Gouverneure Mishkin und Rosengren zu Wort melden.

Die Feinunze Gold notiert am Morgen bei 894,05 USD nach einem Nachmittags-Fixing in London bei 884,25 USD. Im asiatischen Handel hatte das Edelmetall in der Nacht mit 897,75 USD ein neues Rekordhoch erreicht.





Europa New York Europa (
8.14) (Späthandel) (17.10)
EUR/USD 1,4790 1,4800 1,4735
USD/JPY 108,78 109,47 109,35
EUR/JPY 160,95 162,01 161,15
EUR/GBP 0,7555 --- 0,7525
EUR/CHF 1,6280 --- 1,6316

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