FRANKFURT (Dow Jones)--Der Euro hat am Donnerstagnachmittag abermals neue Hochs im Vergleich zum Dollar markiert und rückt auf die 1,41 USD zu. Auch gegenüber anderen Währungen neigt die Gemeinschaftswährung zum Muskelspiel. Ein Devisenhändler spricht daher vom Euro als der "Fluchtwährung Nummer eins". "Mit der Krise der Hypothekenmärkte in den USA und Großbritannien fallen der Dollar und das Pfund als Anlagewährungen derzeit aus", stellt der Marktteilnehmer fest. Der Yen leide tendenziell unter der wieder gestiegenen Risikoneigung, die Zinsdifferenzgeschäfte begünstige. Diese so genannten Carry Trades belasten die japanische Währung. Mit Blick auf die großen Devisen werde also der Euro zunehmend zum Favoriten der Investoren. Der Dollar leide indes darunter, dass die Notenbank Saudi-Arabiens die Zinsen nicht gesenkt hat und damit den Vorgaben der US-Notenbank nicht gefolgt ist. In der Vergangenheit war die Bank stets den Zinsschritten der Federal Reserve gefolgt. Zudem gebe es Medienberichte, denen zufolge Saudi-Arabien die Abkoppelung des Rial vom Dollar erwägt. In diesem Fall könnten vor allem Investoren aus dem Nahen Osten Dollar-Verkäufe beschleunigen und ihre Währungen stärker an den Euro binden. Allerdings zweifeln Experten an, dass es zu einem Massenexodus aus den US-Anleihemärkten kommen wird. Zudem seien Asien und Russland in Hinblick auf die Dollar-Reserven von größerer Bedeutung als der Mittlere Osten.
Als belastend für den Dollar werden auch die Äußerungen von Fed-Chairman Ben Bernanke und US-Finanzminister Henry Paulson gewertet. Paulson sprach von einem leichten Rücksetzer des US-Wirtschaftswachstums, während Bernanke in seiner Rede vor dem Bankenausschuss des US-Repräsentantenhaus davon ausging, dass der US- Immobilienmarkt unter Druck bleiben dürfte und die wirtschaftlichen Aussichten für die USA sich verbessert hätten. Dies zeige, dass die US-Notenbank notfalls zu weiteren Zinssenkungen bereit sei.
Die technische Lage des Euro ist laut Jürgen Meyer von der Landesbank Baden-Württemberg eindeutig. "Der Aufwärtstrend des Euro ist ungebrochen und kann in den kommenden Tagen noch immer bis zur Zone um 1,44/45 USD führen", meint der Analyst. Eine Unterstützung auf kurze Sicht liege bei 1,3920 USD.
Die Feinunze Gold ist am Vormittag in London mit 727,75 USD festgestellt worden, zum Nachmittag-Fixing dann mit 734,50 USD.


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