Montag, 30. Juli 2007

Korrektur bei EUR/USD

Kurz nachdem EUR/USD ein neues Hoch seit Einführung des Euros bei 1,3850 USD markierte, ging dem Wechselkurs die Puste aus. Für die Erholung des Dollars können aber nur zum Teil neue Konjunkturdaten verantwortlich gemacht werden. Zwar fielen die letzten Wirtschaftszahlen aus der Eurozone etwas schwächer als erwartet aus, aber der Aufschwung ist weiterhin intakt und wird die EZB zu weiteren Zinsanhebungen veranlassen. In den USA waren neue Sorgen um das Ausmaß und die Dauer der Hypothekenkrise ein Hauptgrund dafür, dass die Kurse an der Wallstreet ins Trudeln kamen. Das ist auch negativ für den Dollar. Die fundamentalen Rahmenbedingungen sprechen daher weiterhin für Aufwärtsdruck bei EUR/USD.

Dollarabwertung nur gebremst
Allerdings darf man nicht vergessen, dass der Devisenmarkt viel von diesen fundamentalen Entwicklungen bereits vorweg genommen hat. Der Dollar ist seit Oktober 2006 um über zehn Prozent gegenüber dem Euro gefallen und hat auch gegenüber anderen Wechselkursen historische Tiefstände erreicht. Nachdem sich EUR/USD eine Woche lang vergeblich bemühte, signifikant über die Marke von 1,38 USD zu steigen, griff daher bei den Dollarbären Enttäuschung um sich. Gewinne bei den Dollar-Shortpositionen werden mitgenommen und das dürfte den Wechselkurs EUR/USD noch einige Zeit unter Abwärtsdruck setzen. Bei einem Bruch der Unterstützung bei 1,3640/30 USD ist mit einem stärkeren Kursrückgang zu rechnen. Der langfristige Aufwärtstrend wäre allerdings erst bei einem Fall unter die Unterstützung bei 1,3350 USD gefährdet.

Kurzfristige Korrektur nutzen
Die Korrektur kann daher genutzt werden, um mittelfristig eine Longposition auf EUR/USD aufzubauen. Dabei sollten aber Geduld bewiesen und erst deutliche Anzeichen für ein Ende der Korrektur abgewartet werden. Zumal der Kursrückgang an den Börsen und die zunehmende Volatilität am Devisenmarkt zu einer teilweisen Auflösung der Carry Trades führen. Das setzt den Yen vor allem gegenüber dem Euro unter Aufwertungsdruck und ist auch ein Grund für die aktuelle Schwäche des Euros.

Rand weiter unter Druck
Die Inflationsrate in Südafrika verharrte im Juni bei 6,4 Prozent und blieb damit über der Zielgröße der Notenbank. Eine weitere Anhebung des Leitzinses im August ist daher wahrscheinlich. Der Rand erhielt durch die Zinsspekulationen allerdings keinen Auftrieb, sondern gab gegenüber dem US-Dollar und dem Euro nach. Die Anleger trennen sich im Zuge der Auflösung vieler Carry Trades im größeren Umfang von ihren Long-Positionen in hochverzinslichen Währungen. Das betrifft vor allem die Währungen von Ländern mit einem hohen Risiko, d.h. mit hohen Leistungsbilanzdefiziten und hohen Inflationsraten. Das trifft z.B. auf den Rand zu.

Keine Kommentare: